Der Depri-Blog

Depression: Stillstand ist keine Option!

Meine Art der Depression beruht auf Ereignisse in meiner Kindheit. Diese haben mich und mein ganzes Leben geprägt. Nach meinem Zusammenbruch vor über 8 Jahren, sind Medikamente und Therapien meine Begleiter geworden. Doch wie ist das nun, heißt das zwangsweise das ich nie mehr ein „normales“ Leben führen kann?

Zwei alte Puppen

Ich glaube das man erst einmal erklären muss, was ein „normales“ Leben ist. Für mich, der mit dieser Krankheit lebt, war lange Zeit das Leben vor dem Zusammenbruch ein „normales“ Leben. Doch im Rückblick, aus heutiger Sicht, war daran vieles nicht „normal“. Also was ist nun „normal“?

Ich würde sagen, dass es dieses „normale Leben“ einfach nur Leben ist. Jeder von uns hat sein persönliches Leben mit allem möglichen Auswirkungen. Leben besteht auch aus Veränderungen. Ich habe es früher schon gehasst, wenn jemand zu mir sagte: „Du hast dich überhaupt nicht verändert.“

Doch nun zurück zu meinem aktuellen Status heute.

Die Ereignisse aus meiner Kindheit kann ich nicht mehr ändern, doch was ich kann, ich kann mit der Erkenntnis um meine Krankheit ein relativ gutes Leben führen. Eben auch Dank der Therapie und den Medikamenten! Die Fotografie, Anfangs nur ein Begleiter, um meine Erkrankung optisch festzuhalten, wurde ein großes Hobby von mir. Über das kann ich mich ausdrücken, egal wie es mir geht.

Doch habe ich mich zwischenzeitlich von den Ereignissen aus der Kindheit lösen können?

Sagen wir mal so, ich habe gelernt damit zu leben, denn diese Erinnerungen kann man nicht wie auf einer Festplatte, einfach löschen. Doch heute kommen nur noch selten die dunklen Wolken in mein Leben zurück. Was sich verändert hat ist das Zusammenleben mit anderen Menschen. Die Sichtweise was wertvoll ist (für mich) und sich über die kleinen Dinge freuen.

Was geblieben ist, ist z.B. die Suche, die „Sucht“, nach Anerkennung. Doch selbst wenn ich diese bekomme, wie in der Fotografie, ist das immer nur ein Wassertropfen auf einem sehr heißen Stein. Sie verpufft so schnell, dass ich nach kurzer Zeit wieder auf die Suche nach ihr mache. Theoretisch weiß ich das ich gut bin, wie ich bin, auch mit depressiven Episoden. Doch Theorie und Praxis gehen da oft verschiedenen Wege. So jedenfalls bei mir.

Gelöst habe ich mich von der kaputten Kindheit, auch wenn noch einiges nach den alten Regeln bei mir abläuft. Doch ich bin zufrieden und auch ein wenig stolz auf mich, was ich bis jetzt geschafft habe. Das Leben geht weiter und ich möchte mich weiter verändern. Stillstand ist keine Option!

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