Depression: Was fühlt ein depressiver Mensch? Teil 2020/19

Der Mensch hinter der Maske.

Sie taucht aus der Dunkelheit hervor. Aus der Dunkelheit in der ich mich während einer depressiven Episode befinde. Zu sehen ist von aussen nur diese Maske. Mit ihr versuche ich im Alltag zu überleben. Mit ihr begegne ich den Menschen in meinem Umfeld. Sie sehen nur sie und nicht die Dunkelheit in der ich lebe.

Die Maske hilft aber nicht wirklich. Sie raubt mir sogar viel Energie und Kraft. Denn diese Maske bin nicht ich. Ich bin der Mensch dahinter, der in der Dunkelheit lebt. Da wo keiner hin will. Da wo selbst der „Schwarze Mann“ Angst bekommen würde. Ich bin der, der diese Maske trägt um …

Depression

… ja genau, warum trage ich diese Maske? Um anderen zu gefallen? Um nicht als Aussenseiter zu leben? Um nicht allein zu sein? Es gibt mehr Fragen als Antworten zu diesem Thema. Zwischenzeitlich habe ich begriffen, dass diese Maske mich nicht überall weiter bringt. Doch noch traue ich mich nicht diese ganz abzulegen. Ich habe Angst vor den Reaktionen der Menschen um mich herum. Wie werden sie reagieren, wenn sie mein wahres Gesicht sehen werden? 

Ich “muss” diese Maske ablegen !!!

So dachte ich sehr lange und schaffte es nur bedingt. Was mich dann teilweise noch tiefer in die Depression getrieben hat. Wieder etwas nicht geschafft. Für mich ist es zwischenzeitlich nicht mehr ganz so wichtig, vor allen Personen diese Maske runter zu ziehen. Ich muss mir ja jetzt auch kein Schild umhängen wo drauf steht, dass ich an einer psychischen Erkrankung leide. 

Wenn ich einen Bekannten treffe und die Frage taucht auf “Na, wie geht´s?”, kommt es drauf an, in welcher Beziehung ich zu dieser Person stehe. Wichtig ist es das zu unterscheiden, finde ich. Und mal ehrlich, wenn ich in einem Supermarkt jemanden treffe ist das wahrscheinlich nicht gerade der passende Ort, um über meine Erkrankung und was sie mit mir macht zu diskutieren.

Ich hatte auch schon mal den Fall, dass jemand mich in der Öffentlichkeit (war auch ein Supermarkt) gefragt hat, wie es denn so läuft bei mir mit der Therapie und so. Daraufhin habe ich geantwortet: “Hast du so viel Zeit das ich mit dir darüber sprechen kann? Dann lass uns gleich in ein Cafè gehen und uns dort in Ruhe darüber unterhalten.” Was wir nach dem Einkauf auch taten.

Wie gesagt, die Maske abzulegen ist wichtig und richtig! Aber als erstes vor mir selber, damit ich mich selber erkennen und auch ohne Maske akzeptieren kann.

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