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Depression: Was ist los?

Nix?

Der letzte Eintrag zum Thema Depression liegt schon über 6 Wochen zurück. Bedingt durch meine derzeitige, körperliche Auszeit (> Link), dachte ich mir, es wäre mal wieder an der Zeit, einige Zeilen zu schreiben

Also wie ist es mir in den letzten 6 Wochen ergangen?

Grob gesagt gut. Könnte jetzt eigentlich schon wieder Schluss machen und das war´s. Doch mir sind heute ein paar Gedanken gekommen und einen möchte ich euch heute näherbringen:

„Schlecht drauf?“

Eine Sache, die man als kranker Mensch in Zusammenhang mit Depressionen immer wieder mal zu hören bekommt. „Ich war auch mal schlecht drauf.“ Gerade in den Anfangsjahren war das ein Thema bei mir. Habe ich nur einen Durchhänger, gerade Null Bock auf alles? Wer meinen Blog verfolgt, weiß das dieses bei einer Depression fehl am Platz ist. Denn es die Krankheit Depression, die mich im Bett hält. Die es schafft, dass ich nichts schaffe und mich dabei mies fühle. Motivationsversuche von außen sind zum Scheitern verurteilt. Und mit „Stell dich nicht so an!“ wird die Lage nur noch verschlimmert. Ich meine, man geht ja auch nicht zu einem Menschen mit Asthma und sagt ihm: „Geh nach draußen in die Natur und hole tief Luft!“.

So weit, so gut. Doch mal ehrlich, wie erkenne ich den Unterschied selbst, ob ich gerade nur nicht „gut drauf“ bin, oder die nächste depressive Episode auf mich zusteuert. Denn trotz der Krankheit, kann ich ja auch mal nur einen „schlechten“ Tag haben.

Der Unterschied ist dabei die eigene Willensentscheidung!

Denn wenn ich frei entscheide: „Oh Mann hab heute echt kein Bock aufzustehen und zur Arbeit zu gehen.“ endet wohl selten auch in dessen Umsetzung. Irgendwie rafft man sich da doch auf und obwohl meinen keinen Bock hat, geht man zur Arbeit. Meiste Zeit ist dieser Tag durchsetzt mit dem Null-Bock-Feeling, das man auch durchaus den Arbeitskollegen kundtut.

depression

Wie schaut es nun aus, wenn die Krankheit Depression zuschlägt und man morgens nicht aus dem Bett kommt. Ist das dann auch Null Bock?

Ganz im Gegenteil. Denn nicht ich treffe diese Entscheidung, sondern meine Krankheit macht das. Dabei geht es gar nicht darum, was heute in der Firma los ist oder nicht, oder dass man vielleicht wieder den Mist anderer Kollegen hinterherarbeiten darf. Bei der Depression gibt es keine logischen Gründe, um nicht aus dem Bett zu kommen. Es geht so weit das es körperliche Beschwerden werden. Nur noch liegen bleiben, keinen sehen/sprechen wollen. Und das können durchaus der eigene Partner, oder die eigenen Kinder sein.

Man ist wie gefesselt, ohne dass man es wirklich ist. Die Stimme im Kopf sagt mir das dies alles doch kein Wert hat, dass ich keinen Wert habe! Immer weiter verkriecht man sich unter die Decke. Nichts Positives kann von außen an mich herankommen. „Lass es, das bringt doch sowieso nichts und du schaffst das eh nicht!“ Immer wieder diese Stimme im Hinterkopf die mir all meine Unzulänglichkeiten aufzählt.

Keine dieser Aktionen ist eine Willensentscheidung von mir, es ist diese beschissene Krankheit die mich so weit bringt. Deswegen hilft auch kein aufmunterndes Wort usw. auch nicht von der liebenden Ehefrau, oder den Kindern.

Kommen wir also mal zum Fazit: Um zu erkennen, ob ich mal einen schlechten Tag habe, oder meine Depression wieder an der Tür klopft, muss ich erkennen, ob ich fähig bin, die Entscheidungen über mein Leben selbst in der Hand zu haben.

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