Fotografie: Die “ISO-Lüge” und “Out Of The Cam“

Hallo zusammen.

Ich bin gestern beim Stöbern auf YouTube auf ein Video gestoßen mit der Überschrift. „Die ISO-Lüge“. Als erstes habe ich mir gedacht, schon wieder einer der mit einer markanten Überschrift Zuschauer generieren möchte. Aber ich dachte mir auch, was soll an ISO gelogen sein?

Also habe ich mir das folgende Video angesehen:

Ich bin garantiert keine Technik-Freak, aber wenn ich das richtig verstanden habe, wird durch Veränderung der ISO-Werte an der Kamera dann per Software in der Kamera das Bild aufgehellt, oder abgedunkelt. Also der ISO-Wert hat nichts mit einem „lichtempfindlichen Sensor“ zu tun, oder?

Wenn das alles so stimmt ist das ein weiterer Punkt den man bei einer der unzähligen Diskussionen zum Thema „Out Of The Cam, die einzige wahre Fotografie“ anwenden kann. Denn immer noch gibt es Fotografen die meinen, dass ihr Foto, wenn es nicht nachträglich am heimischen PC/Mac bearbeitet wurde, die unveränderte „Wahrheit“ zeigt. Doch die Bildbearbeitung fängt in der Kamera an!

Wie bei vielen anderen Diskussionen im Bereich der Fotografie finde ich, dass man der Technik oft zu viel Beachtung schenkt und das eigentliche Foto/Bild dabei aus den Augen verliert.

Wie seht ihr das?

Schreibt mir eure Meinung in den Kommentarbereich.

18 Kommentare

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Moin Herr Holger :),

dass das alles am Sensor stattfindet ist ja nicht wirklich eine Überraschung. Und dass aufgehellt oder abgedunkelt wird auch nicht. Und dass man mit Filmsimulationen JPEGs baut auch nicht. Alles findet in der Kamera statt. Das sind in meinen Augen einfach Diskussionen die kein Ergebnis haben. Out of Cam. Ich kann auch analog beeinflussen. Push / Pull, auf Lichter belichten, Schatten, und und.

Wahrheit. Was ist denn die Wahrheit? Gibt es denn “Die Wahrheit”? Oder was ist die “wahre Fotografie”? Was soll das sein?

Es wird sich einfach da zu viele Gedanken gemacht in meinen Augen und man verliert als den Fokus auf die Bilder. Wie oft sieht man auf Youtube diese Inhalte. Diese Objektive, Diese Iso Werte, Diese …

Aber so wenig. Bildanalysen. Über Bilder sprechen. Über Menschen, Szenen was auch immer.

Gruß

Markus

Auch so ein Themenfeld, dass ich müßig finde zu diskutieren.

Ich bin hauptsächlich zu faul zu zum Bearbeiten. Es macht mir keinen sonderlichen Spaß. Nehme deswegen die Fuji Filmsimulationen gerne in Anspruch. Die Kamera macht die Arbeit, aber sie wird gemacht. Wenn jemand Freude an Bildbearbeitung hat, ist das doch auch total fein.

Ästhetisch mag ich Bilder nicht, denen man ansieht, dass viele Regler verschoben wurden. Aber ich bin ja wahrlich nicht der Nabel Welt.

Jedem Tierchen sein Pläsierchen halt 😀

Zum Thema “Out of cam” gibt es auch ein Video von mir “Darf man Bilder nachbearbeiten?” (Suchbegriff auf Youtube “ishootyou darf man”). Wenn ich OOC oder #outofcam sehe möchte ich es am liebsten wütenden Schimpansen gleichtun und mit Exkrementen werfen. Ich gebe seit vielen Jahren Fotografie-Workshops und diese auch zum Thema Bildbearbeitung, und Fakt ist: 90% derer, die mit der OOC-Fahne rumrennen würden sehr wohl gerne ihre Fotos nachbearbeiten, haben aber a) keine Ahnung wie, b) keine Lust oder c) keine Zeit. Fotografie lebt vom Individualismus, der Experimentierfreude jedes Einzelnen und von der Neugier des Betrachters.

Hallo Holger,

“ich mache mir meine Welt wie ich es will” – Zitat Frau Langstrumpf.

Fotografie muss Spaß machen, ansonsten ist es kein Hobby mehr, sondern Beruf 😀

Alles basiert eigentlich darauf, dass Phtonen auf ein Material treffen und dort elektronisch ausgelesen und bearbeitet werden. Das fängt schon beim einzelnen Pixel an, der schon eine erste Auswerteelektronik besitzt. Da ist jeder Sensor anders verschaltet 🙂

So und nun lasst uns wieder Fotografieren 😀

LG Bernhard

Moin Holger,
erst einmal Danke, dass ich etwas dazugelernt habe durch deinen Beitrag, ich wusste das nämlich gar nicht!
Aber ich kann mich meinem Vorkommentator, Bernhard, nur anschließen, weniger Kopf, mehr Spaß und Emotionen beim Fotografieren. Wie sagte schon ein großer Philosoph: “Geht´s raus und spielt´s Fußball… ähhh fotografiert!”.

Gruß Matthias

Moin Holger,

das war mir nicht neu, aber trotzdem schön, dass Du darüber schreibst. Ich hatte mal bei Stefan Groenveld in einem Artikel über korrekte Belichtung von RAWs darüber gelesen – Stichwort ISO-Invarianz (https://www.stefangroenveld.de/2019/digitale-raws-richtig-belichten). Er hat dort eine Website verlinkt, auf der man anhand der gemessenen Daten für viele Kameramodelle sehen kann, wo die (meist) zwei ISO-Stufen sind: https://photonstophotos.net/Charts/PDR_Shadow.htm

Das sorgt nebenbei aber auch dafür, dass bei manchen ISO-Werten der Dynamikumfang höher ist. Bei der Sony A7III z.B. ist er bei ISO640 besser als bei ISO500.

Was folgt daraus nun? Wenn man die ISO-Stufen seines Sensors kennt, kann man sie gezielt einsetzen. Wie bei allen anderen Kameraeigenschaften auch. Muss man das? Ich würde das bezweifeln. Der Unterschied ist so marginal, insbesondere, wenn man die Bilder nachbearbeitet. In der Zukunft wird das noch unwichtiger werden, wenn mehr Entrauschungs-Algorithmen um KI ergänzt werden.

Wie einige schon geschrieben haben: Lasst uns lieber über Fotos als über Technik diskutieren. Daran scheitert es bei den meisten.

Naja Technik-Debatten sind wenn sie aus rein technischem Interesse geführt werden ganz nett. Aber sie machen keinen besseren Fotografen und folglich machen sie auch keine besseren Bilder. Bei ISO ist es aber fallweise ein klein bisschen anders. Es gibt halt Situationen im Leben bei denen man mit einer modernen Kamera mit hohen ISO Werten noch in der Lage ist, ein anschauliches Bild zu machen. Das macht ein solches Bild nicht besser aber es macht es überhaupt erst möglich. Und das ist ja nicht ganz unwichtig.

Hallo Holger,

Ich habe das Video auch gesehen. Es leuchtet irgendwie ein. So lange es keine Normung gibt, kann jeder Kamerahersteller seine ISO-Einteilung selber gestalten. Dadurch lassen sich Kameras verschiedener Hersteller also nicht vergleichen. Besonders wenn es um das Rauschverhalten geht. Ich habe hier vorher auch falsch gedacht und mich durch verschiedene Iso-Tests in die Irre leiten lassen. Man kann also eine Iso-Einteilung von Nikon, Fuji, Sony oder Canon nicht miteinander vergleichen. Das macht die Bewertung des Rauschverhaltens im Vergleich nicht einfach. Mich hatte das Video angesprochen, weil ich Ingenieur bin und da lebt man praktisch mit den Normen. Fazit, man sollte sich einfach seine Kamera nehmen, schöne Fotos machen und sich an seinem Hobby erfreuen und nicht immer alle Kameras miteinander vergleichen. Gruß Dierk

Hallo Holger,

das sind Themen, wo mich das Warum nicht interessiert, denn es ist doch egal. Ich hab das Video nicht gesehen, aber vor Jahren mal das Thema ISO verfolgt. Grundsätzlich gibt es wohl zwei Arten von Sensoren, die unterschiedlich mit der Signalverstärkung umgehen. Platt gesagt bei moderne Sensoren (sogenannte „ISO-lose“) sieht man keinen oder kaum Unterschied, ob ich in gewissen Bereichen die ISO auf 3200 in der Kamera stelle oder auf 100 lasse und in der EBV aufhelle. Das Rauschen bleibt gleich. Sicher kann man vielleicht je nach Sensorhersteller bei 400% einen Unterschied erkennen.

Out of Cam ist doch genauso Blödsinn, wie „früher im analogen war alles echt und heute mit Photoshop ist alles Fake“. Da sag ich nur Ansel Adams, der sehr viel in der Dunkelkammer verbracht hat. Wenn man sich Reportagen ansieht, wo z.B. Barbara Klemm für eine Ausstellung Bildfehler aus einem ausgelichteten Analogbild rausretouschiert, dann weiß man, dass auch schon früher „betrogen“ wurde. Ebenso mit der Wahl des Filmes, Filter, Crossentwicklung oder Push/Pullentwicklung.

Eigentlich müßig, sich da (zu) große Gedanken zu machen. Am Besten rausgehen, Fotografieren, Spaß haben, wissen was meine Kamera und vor allem ich kann und die Bildbearbeitung durchführen, die Dir gefällt und vielleicht auch anderen.

Liebe Grüße Mark

Liebe Grüße Mark

Genau das ist ja auch meine Einstellung, das technische und so weiter hinter sich lassen und einfach aus Freude an dem Hobby fotografieren und Bilder bearbeiten, oder auch nicht.
Ich wollte mit dem Beitrag darauf auch hinweisen, was mir anscheinend nicht so offensichtlich gelungen ist.

Gruss

Holger

Hallo,
ich mag das alles nicht mehr hören und lesen. Wie ein Hersteller “seine” ISO definiert, kann dem Nutzer doch egal sein, soweit das Ergebnis okay ist. Immer wieder kommen diese Diskussionen auf, was wahre Fotografie ist und was im welchen Umfang an Bearbeitung erlaubt ist. Fotografie ist ein Prozess der schon vor der Aufnahme beginnt und erst mit der Präsentation des Bildes endet. 2018 hatte ich schon mal in meinem Blog gefragt: Out of the Cam – was soll das bitte sein?
https://bit.ly/3vGkx0s

Wie soll sich denn bitte ein Stück Silikon in der Empfindlichkeit ändern? Das Ding ist lichtempfindlich und gut ist – das drückt man in ISO Empfindlichkeit aus, was an und fürsich schon falsch ist, macht man aber um uns Fotografen das Leben zu erleichtern, denn wir denken halt immer noch analog.
Um eine Verdoppelung der Empfindlichkeit zu erreichen (also von ISO 100 zu 200) baut man keinen anderen Sensor ein, klar oder? Man verstärkt auf unterschiedliche Art und Weise.
Kannst Dir gerne vorstellen wie das pushen zu analogen Zeiten, also den ISO 50 Kodachrome mit ISO 100 belichten und entsprechend anders entwickeln…
Was daran eine Lüge sein soll erschließt sich mir allerdings nicht, denn für mich als Anwender bleibt: ich kann bei weniger Licht fotografieren 🙂 und seien wir ehrlich – das geht viel, viel sauberer als je zu analoge Zeiten

@Jürgen

Was wurde zensiert ? Was wurde gelöscht ?

Das Einzige ist, das ich die Beiträge erst frei gebe, nachdem ich sie gelesen habe. Deswegen können diese manchmal etwas später veröffentlicht werden, als sie geschrieben wurden.

Mein Blog, mein Wohnzimmer, meine Regeln.

P.S. Gelöscht wurde hier noch nie was !

Ein Bild wird am Ende ziemlich kleinformatig betrachtet. Mit etwas Glück am 75 Zoll UHD TV aber noch seltener großformatig an die Wand gehangen.
Die Betrachter Klientel erschließt sich mir in Gruppen die zum einen mehr Technik affin analysierend, zum anderen mehr Kunst affin analysierend sind.
Was soll meine Aussage nun bringen:
Nur Interessengruppen oder Influenzer mit persönlichen oder wirtschaftlichen Interessen diskutieren immer wieder diese gleichen Themen.

Es ist völlig egal mit welchen Kameraeinstellungen, mit welcher Kamera, mit welchen Optiken, mit welcher Bildbearbeitung ein Bild entstanden ist…. es gefällt mir persönlich, oder eben nicht!

Erst wenn es mir gefällt wird für mich vielleicht interessant, wie es entstanden ist… und damit meine ich die Art und Umstände, aber erst in zweiter Linie mit welcher Technik.

Grüße
Rene

@ Holger
Gut, das ich nochmal hier bin. Sorry, das war auch nicht für diese/deine Seite gedacht. Kommt davon, wenn man auf mehreren Webseiten gleichzeitig tanzt. Bitte einfach löschen. Nochmals, sorry.
Grüße
Jürgen

@Jürgen

Da doch einige das hier lesen/gelesen haben, lasse ich es stehen. Denn dadurch wird es aufgeklärt und ich muss nicht zum ersten Mal etwas wirklich löschen. 😄✌🏼

Gruss

Holger

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