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Fotografie: Diese Objektive muss jeder Fotograf haben!

In meiner langjährigen Zeit als Fotograf und fotoaffiner Mensch, habe ich eines ganz sicher für mich erkennen können: Ich „hasse“ solche Überschriften!!!

Denn gerade als Anfänger glaubt man den mehr oder weniger bekannten Fotografen, die solche Aussagen machen und diese dann reißerisch vor einem Artikel, oder sogar YouTube-Video setzen. Man ist ja neu in dieser Materie und wenn erfolgreiche Fotografen sowas sagen, muss das natürlich auch stimmen.

Und genau das ist gequirlter Mist!!!

Ich habe mir aufgrund solcher Aussagen am Anfang mindestens 3 unterschiedliche Objektive gekauft und habe nach einiger Zeit erkannt, dass keines dieser Objektive wirklich meine Art der Fotografie unterstützt. Gerade am Anfang „knipst“ man ja fast alles, von Blümchen über Bienen, hin zu Portrait und Landschaft. Vielleicht versucht man sich auch in der Architektur -und Streetfotografie.

Und mit solchen Überschriften werden gerade Anfänger zu Käufen hingezogen, wo viele der bekannten Fotografen damit Geld verdienen. Sie zeigen auf Objektive, die man unbedingt haben muss und verlinken natürlich freundlicherweise auf einen Shop, der diese Objektive auch verkauft. Mit jedem Verkauf verdient der anpreisende Fotograf Geld! So schaut die Sachlage eigentlich meistens aus.

Was wäre mein Lösungsansatz? Gerade am Anfang würde ich mit dem Kit-Objektiv fotografieren. Denn wenn ich sofort loslege und neue Objektive kaufe, verende ich Zeit auf die Hardware und nicht auf die persönliche Entwicklung in der Fotografie. Was nützt mir also das neue teure Objektiv, wenn ich nicht mal das Kitobjektiv ausreizen kann?

Deswegen lasst euch nicht von solchen Aussagen/Überschriften verführen, sondern lernt mit den Dingen, die ihr schon habt. Dann wird sich auch euer Weg im Bereich der Fotografie nach einiger Zeit erkennen lassen, denn das hat nichts mit der Anzahl an Objektiven zu tun.

Wenn dieses geschehen ist, dann werdet ihr selber wissen welches Objektiv für eure Art der Fotografie nützlich ist, oder eben nicht. In diesem Sinne, bleibt entspannt und geht euren Weg.

17 Antworten auf „Fotografie: Diese Objektive muss jeder Fotograf haben!“

Ein sehr guter Artikel, der es auf den Punkt bringt. Wozu brauche ich immer wieder die neueste Kamera und das neueste Objektiv, wenn ich noch nicht gelernt habe, mein vorhandenes Equipment zu beherrschen und alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Und mal ganz ehrlich: Wer hat schon das Geld, sich ständig neue Statusobjekte zu kaufen? Ich liebe meine Kitobjektive und kompensiere technische Einschränkungen durch außergewöhnliche Perspektiven und Geduld bei der Suche nach Motiven.

Moin liebe Fotogemeinde
Ist schon richtig das erst das genutzt werden sollte was da ist.
Jedoch ist es sinnvoll zu wissen was womit alles geht. Mit dem 0,95 von Leica kann man hauchdünne Schärfeebenen darstellen , mit einem Macro Insekten ablichten , mit einem Fischauge die ganze Umwelt auf ein Bild bekommen und mit tilt shift stürzende Linien gerade biegen. Zunächst sollte man aber mit seiner Kamera vertraut sein. Die Meisten sind heute leider total überfrachtet. Was muss? Asa , Zeit , Blende und Entfernung. Mehr erst mal nicht!

Kann ich so nicht nachvollziehen und unterschreiben. Es ist der typische Fehlschluss, dem viele unterliegen. Sie kaufen eine sündhaft teure Kamera, sparen dann aber am Rest. Die Objektive sind entsprechend. Entscheidender (und wesentlich länger haltend) als der Kamerabody. Also lieber ein kleineres Modell kaufen mit besseren Linsen als ein besseres Modell mit einem Kitobjektiv zu versauen …

Der Artikel spricht mir aus dem Herzen. Ich fotografiere seit 50 Jahren und habe in dieser Zeit sehr viel Geld für Fotoausrüstung ausgegeben, weil ich mich immer weiter verbessern wollte – und gerade wieder zurück zur analogen Fotografie gefunden. Es braucht nicht viel Zubehör, am ehesten noch Zeit sich einzulassen, seine Iinteressen zu finden und weiter zu entwickeln.

Kann hier einfach nicht zustimmen. Wie schon oft gesagt, hat jeder Fotograf einen anderen Blick und benötigt entsprechende Objektive. Ich persönlich arbeite überwiegend mit sehr kurzen und sehr langen Brennweiten und mit extrem kleiner Tiefenschärfe. Das bedeutet viel Investition in Objektive, da gerade diese Vorlieben – z.B. Lichtstärke für geringe Tiefenschärfe – auch teuer sind. Weniger interessiert mich, was hinten an Kamera dranhängt. Auflösung, Rauschverhalten, Fokus und Dynamikumfang müssen halt stimmen und jede technische Spielerei und unnötiger Firlefanz lenkt mich vom eigentlichen fotografieren ab.

Mit einem Kit-Objektiv wäre ich nie im Leben Fotograf geworden und hätte das nicht nur zum Beruf sondern auch zu meinem Hobby gemacht. Ich hab zwar ein Standard-Zoom, benutze es jedoch kaum. Lediglich für Auftragsarbeiten, und dann auch nur wiederwillig.

Aber wie gesagt, jeder tickt anders und muss sich entsprechend ausrüsten. Sprüche wie: ‚Gequirlter Mist‘ würde eher obigen Aussagen zuordnen.

Ich habe auch meine ersten Erfahrungen mit einer Kitlinse (18-105) gemacht. Nachdem ich die dann ausgereizt hatte, habe ich mir nach ubs nach ein Teleobjektiv, ein Standardzoom (28-70 f/2,8) und diverse Festbrennweiten zugelegt (zuletzt ein 35 mm f/1,4). So wie ich mich fotografisch weiter entwickelt habe, so habe ich auch meinen Objektivpark angepasst. Hier gibt es meiner Meinung nach kein richtig oder falsch – das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Hallo Holger, im Prinzip – aber nur im Prinzip – kann ich dir zustimmen. Man(n) braucht nicht viel. Nach meiner Erfahrung ist ein Zoom-Objektiv allerdings nur bedingt eine gute Wahl.
Wenn ich in den (Familien-)Urlaub fahre und „leicht“ reisen möchte. Oder von mir aus noch bei einer Familienfeier.
Wenn ich aber bewusst fotografieren gehe, habe ich für mich persönlich festgestellt, dass ich mit einer Festbrennweite kreativer bin. Also habe ich am Ende neben dem 16-80 und dem 10-24 dann doch noch 16/23/50/90 im Schrank liegen.
Verwendet wird am Ende nur die X100V (23/2).

In meinen Augen ist das Gegenteil der Fall. Ich habe auch zwei Zoomobjektive. Aber die nehm ich nur her, wenn ich was fotografieren muss oder auf Reisen bin und nicht weiss, was mich erwartet. Als Anfänger (machen die wenigsten, habe ich auch nicht gemacht), sollte man eher ein 50’er f1,8, (oder 35 oder 25, je nach Format) kaufen und damit losziehen und sich an dieses Format gewöhnen. Das bekommt man gebraucht für fast jede Kameramarke für 150,-€. Damit lernt man dann im “Rahmen denken”. Die Wirkung von einem Tele (Verdichtung) oder einem Weitwinkel (Verzerrung) richtig einzuschätzen, habe ich persönlich auch nach Jahren erst langsam gelernt. Mein persönliches Lieblingsobjektiv ist das olle 20’er Panasonic f1,7. Ich finde, das sollte jeder MFT-Benutzer haben. Ob die erste oder zweite Ausführung, sei jedem selber überlassen. Für meine Zwecke reicht mir die erste. Damit habe ich meine besten Bilder gemacht, (oder die, die mir am Besten gefallen).

Danke für den Artikel. Vieles davon ist richtig und doch muss man das Thema differenzierter betrachten. Jemand der in die Fotografie einsteigt und sich erst die grundsätzlichen Zusammenhänge lernen muss, der kann sicherlich wenig mit einer 0.95er oder 1.2er Festbrennweite anfangen. Die Kit-Objektive sind meiner Meinung nach nicht immer so schlecht wie ihr Ruf. Insbesondere das Fuji Xf 18-55 2.8-4 ist vom Preis-Leistungsverhältnis top und es steht dem doppelt bis dreimal so teuren XF 16-55 2.8 in der Bildqualität kaum nach (hatte selbst beide Exemplare). Wer kaum bei offener Blende und oder in Räumen fotografiert hat kaum einen Vorteil von der 2.8er Blende. Genauso können die meisten mit dem hochgelobten Ultrawinkel XF 16 1.4er nichts anfangen. Wer Landschaft fotografiert, dem reicht das XF 16 2.8er völlig aus. Ich könnt hier zig Beispiele bringen und ich kenne einige Leute, die nach offenblendigen Objektiven gieren, die sie für ihre Art der Fotografie nicht brauchen. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob es um “Haben wollen” oder “Brauchen” geht. Ich kann nur empfehlen Objektive vor dem Kauf zu testen und sich auch mit den Eigenschaften und Besonderheiten zu beschäftigen. Eventuell tut es manchmal auch ein Gebrauchtkauf, um nicht zu viel Geld zu verbrennen.

Zoom oder nicht, ist manchmal ja schon so eine Glaubensfrage.
Normalerweise würden drei Zoomobjektive den Brennweitenbereich für 99% aller üblichen Fotos abdecken, 15-30, 24-70, 70-200mm wären fürs Kleinbild eigentlich ganz gut. Die Realität sieht anders aus. Hier rede ich aber nicht vom Profi, der damit Geld verdienen muss. Der muss ja auch bei verschiedenen Aufgabenstellungen liefern.
Ich hatte ja früher mein Tele auch noch öfter im Einsatz, inzwischen liegt es ganz gut im Schrank.
Meist habe ich ein lichtstarkes Standardzoom drauf. Damit kann ich das meiste abdecken. Ich bin aber eher im weitwinkligen Bereich unterwegs.
Wenn ich doch mal kompakt unterwegs bin, dann mit einem manuellen 35/2.8

“Brauchen” nur wenig. Wobei es ja immer auf die Aufnahmegebiete ankommt. Ich denke 95% meiner Bilder entstehen mit nur einem Objektiv, dem Sigma 50mm f1.4 ART. Je nach Aufnahmegebiet brauche ich natürlich auch andere, wie ein Macro oder ein 400mm Tele für Tierfotografie usw. Wenn ich mich nur für ein Objektiv müsste, wäre es wohl das 50mm. Aber diese Pauschalisierung “jeder Fotograf braucht” ist unsinnig. Ein Landschaftsfotograf “brauch” ganz andere Objektive als ein Tierfotograf. Ein Architekturfotograf benötigt vielleicht TiltShift-Objektive, die sonst kaum jemand braucht.

Hi Merlin,

genau so sehe ich das auch.
Was mich am meisten “aufregt” ist diese Anspielung das, wenn du diese Objektive nicht hast, bist du kein richtiger Fotograf.
Was natürlich völliger Quatsch ist!

Glückwunsch – ein guter, ein wichtiger Artikel! Könnte man erweitern: drei Objektive, die jeder haben muss oder wie wäre es mit 5 Objektive, die in keiner Kameratasche fehlen dürfen… alles der gleiche Mist!! Nur mit einem bin ich nicht so ganz einverstanden: warum sollte der Anfänger mit dem Kitobjektiv anfangen? Oder anders – warum sollte man sich ein Kitobjektiv überhaupt aufschwatzen lassen? Gut, jetzt zum Beispiel das Fujinon 18-55 ein ganz hervorragendes Objektiv, aber damit ist es auch die große Ausnahme… normalerweise bekommt man als Kit einen in Billigplastik eingeschweißten Flaschenboden….aber eben auch wenn das nicht so wäre – wo ist eigentlich der Vorteil eines Zooms? Es ist normaler Weise größer, schwerer, lichtschwächer und optisch weniger ausgewogen als eine Festbrennweite… ich jedenfalls würde jedem raten über Festbrennweiten nachzudenken – aber, hey, jetzt fange ich schon genau so an…nicht zu fassen. Soll doch jeder machen, wie er / sie will und dann eben einfach das Beste machen, was man so machen kann: raus und fotografieren 🙂

Ich habe damals an der Canon EOS 650D lange “nur” das Kitobjektiv.
Sicher ist je nach Anwendungsbereich eine Festbrennweite besser, aber wichtig ist doch gerade am Anfang erst einmal sich mit den Möglichkeiten der Kamera auseinander zu setzen.
Gerade auch am Anfang finde ich das wichtiger. Erst einmal herausfinden was ich gerne fotografiere, bleib ich beim Blümchen und Bienchen, oder interessiert man sich für die Portrait- oder Landschaftsfotografie.
Wenn ich dann merke das ich mit dem Kitobjektiv schnell an die Grenze komme, dann sich die Linse(n) holen die zu einem passen.
Denn leider gibt es auch die Anfänger die viel Geld investieren und meinen nun gute Fotos machen zu können, da das Equipment viel Geld gekostet hat.

Jo, alles richtig – und wer bin ich schon zu sagen das es falsch wäre! Ich stamme aus einer anderen Zeit, meine erste Kamera war eine Canon EF (die übrigens genau wie ihre Schwestern FTb und F-1 zwar mitgenommen aussieht, aber tadellos funktioniert). Man hatte die Wahl zwischen einem 50mm 1.8 oder 1.4 als „Kitobjektiv“ – ich hatte das Glück meine gebraucht mit dem 1.4er zu erstehen – was soll ich sagen, ich habe mich bestimmt zwei Jahre mit der Kamera und diesem einen Objektiv auseinander gesetzt, nicht ganz freiwillig – das Geld fehlte 🙂 Aber man kann ganz hervorragend mit einer Festbrennweite lernen fotografisch zu sehen und zu gestalten.
Nochmal, das soll bitt jeder machen wie er / sie will. Es gibt nur ein Falsch: teure Kamera und Luxus – Objektivpark kaufen, ohne zu wissen, ja auch nur zu ahnen, was einen fotografisch umtreiben wird 🙂

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