Der Foto-Blog

Fotografie: „Ein Foto, ein Film und die Endlichkeit des persönlichen Daseins“

Ich war gestern wieder einmal an „meinem“ See. Dort habe ich mich entgegen der Gewohnheit an einem anderen Platz mich hingesetzt. Ich mache das gerne mich dort einfach hinzusetzen und die Umgebung irgendwie in mich aufzusaugen. Manchmal nehme ich dann die Kamera aus dem Rucksack und ein für mich persönlich schönes Foto entsteht.

Aber manchmal spüre ich das es nicht die Zeit ist zu fotografieren. Einfach sitzen zu bleiben und das was mir vor die Augen kommt intensiv wahrzunehmen. Keine Kamera der Welt kann solche Augenblicke festhalten.

Gestern nahm ich aber doch die Kamera in die Hand und aus irgendeinem Grund, der mir erst später klar wurde, entstand das folgende Bild.

Zuhause legte ich den Kamerarucksack in die Ecke und ließ den Tag mit seinen Aufgaben an mir vorbei streichen. Erst nachdem ich mir abends einen Film angesehen habe, wurde mir klar, warum mich dieses Foto besonders angesprochen hat. Es war nicht nur ein einfaches Landschaftsfoto in Schwarz-Weiß. Es steckte auf einmal viel mehr für mich in dieser Aufnahme.

Es wird vielleicht den einen oder anderen eher amüsieren, wenn er/sie liest was mich um kurz vor Mitternacht dazu bewogen hat diese Zeilen zu schreiben. Aber das ist mir egal.

Hier nun die Textzeile die nach dem Film mir zu diesem Foto im Kopf rumschwirrten:

„Der Tod steht mitten im Leben. Denn nur dort kann er diejenigen abholen, für die er gekommen ist.“

Doch was bedeutet das nun für mich? Macht es mich traurig? Nein, eigentlich nicht. Eher nachdenklich und sogar ein wenig froh. Denn jeder Mensch hat nur eine gewisse Zeit die er/sie auf dieser Welt verbringt. Dabei ist es egal wer man ist. Ob Diktator, oder Sklave. Ob korrupter Politiker oder fehlgeleitete Wähler. Ob reich, ob arm, ob gesund, oder krank. Keiner schafft es seine Endlichkeit in eine Unendlichkeit zu verwandeln. Doch was mache ich persönlich mit diesen Gedanken? Was bringt mir das Wissen um meine begrenzte Zeit?

Für mich ist es wichtig geworden mein persönliches Umfeld richtig wahrzunehmen. Zu allen Menschen aufgeschlossen und freundlich zu sein. Die Wahrheit zu sagen, auch wenn sie manchmal selbst für mich unbequem ist. Ich bin gewiss kein Heiliger, aber ich versuche mein Leben mit allen Widrigkeiten positiv zu meistern. Sicher funktioniert das nicht immer, aber wie jedes kleine Kind das gerade Laufen lernt, hinfällt und doch wieder aufsteht, so möchte ich immer wieder neu aufstehen und mit der Gewissheit meiner Endlichkeit, positiv mein Leben gestalten.

Wer bis hierhin gelesen hat, dem will ich gerne noch sagen um welchen Film es sich handelt, der mir zu solchen Gedanken zu meinem Foto verholfen hat.

„Rendezvous mit Joe Black

Der Film, den ich gestern zum 2. Mal mir angesehen habe. Doch dieses Mal hat er mich ganz anders angesprochen als noch vor zig Jahren. Das Ergebnis steckt in diesem Beitrag. Mein persönlicher Glaube hilft mir dabei mein Leben zu führen.

„Danke für alles was mir Gutes widerfahren ist und das ich bei negativen Dingen lerne, auch mit ihnen gut umzugehen.“

One Comment

  • Kartenschreiber Uwe

    Ja Holger, ich glaube dass das von Dir geschilderte die richtige Einstellung ist: Den Tod und alles damit zusammenhängende annehmen und damit leben. Und es nicht verdrängen ! Aber auch das Leben lieben und eben das Leben leben so gut es geht. (Erfüllte Tage sind für jeden etwas anderes.) Wie bei der Waage bei der beide Waagschalen ausgeglichen sind. Die meiste Zeit, jedem.falls.😉

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