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Fotografie: Ein Hobby, mit Potenzial zum „Nichterfolg” ?

Hallo Freunde des belichteten Sensors.

Als ich dieses Foto aus dem Archiv, heute bearbeitet habe, hatte ich gleich den Begriff „Unentschlossenheit” im Kopf.

unentschlossenheit

Gerade beim Hobby Fotografie komme ich immer wieder an diesen Punkt, wo ich nicht wirklich weiß, wohin die Reise geht. Man könnte da auch wieder einen anderen Spruch bringen: „Der Weg ist das Ziel.“, wobei ich den gar nicht so mag.

Egal, sicher ist das es wohl nie ein Ende gibt, wenn man immer weiter diesem Hobby frönt. Sei es die Hardware wie Kamera, Objektive usw. oder eben auch die Software, die sich immer weiterentwickelt. Oder vielleicht doch lieber analog und wenn ja, selber entwickeln? Was passt zu mir was macht mir am meisten Spaß?

Wobei, wenn ich mich irgendwo mal fotografisch/künstlerisch bewege, kommt irgendwann der Punkt der „Unentschlossenheit“ wie es weiter gehen soll. Ich habe in letzter Zeit die „künstlerische Bearbeitung meiner Fotos begonnen, was mir echt viel Freude bereitet. Doch auch jetzt fange ich schon wieder an zu denken, ob der Entschluss richtig war und warum ich bis her mit keinem meiner Werke, egal ob „richtige Fotografie oder Kunstprojekte erfolgreich bin?

Ja Erfolg, denn wenn ich ehrlich bin zu mir selbst, ist mir der Erfolg schon irgendwie wichtig. Ich weiß, als Hobbyfotograf soll man einfach seinem Hobby nachgehen. Soll alleine vom Spaß angetrieben werden. Doch wenn dem so wäre, warum sollte ich dann Fotos veröffentlichen, wenn es nur um meinen persönlichen Spaßfaktor geht. Dazu brauche ich keine anderen Menschen. Wenn ich Bilder zeige, möchte ich durchaus eine Wertschätzung haben die höher als ein Herz oder ein „Gefällt mir“ geht. Oder gerne auch konstruktive Kritik, wenn diese sachlich rübergebracht wird. Wirklicher Austausch ist meiner Meinung nach, in den „Sozialen Netzwerken“ kaum, bis gar nicht möglich. Auch selbst in geschlossenen Gruppen ist es eben in einer geschlossenen Gruppe und damit wieder in einer Eigendynamik verstrickt. Was ich gerne hätte, dass ich vielleicht einfach mal ein Foto verkaufen könnte, doch wenn ich die Qualität meiner Fotografie und künstlerischen Bearbeitung an einem Verkauf festlegen müsste, hätte ich lieber Briefmarken sammeln sollen. Dort ist die Chance deutlich höher, mal einen Euro mit einer etwas seltenen Briefmarke zu machen.

Ja ich mache meinen Erfolg als Fotograf und Fotokünstler durchaus an einem Verkauf von ein paar Fotos/Bildern fest. Ist das so schlimm? Denke ich wieder nur in eine verkehrte Richtung? Strenge ich mich zu wenig an, um dieses Ziel zu erreichen, oder habe ich bis jetzt die falschen Wege beschritten? Diese Gedanken laufen mir heute den ganzen Tag durch den Kopf, nebenbei habe ich meinen Instagram-Account in einen künstlichen Ruheschlaf versetzt. Zu viele Herzen zu wenig Austausch, kein Verkauf, nicht mal Besuche auf meine Webseite werden von dort generiert. Von Facebook bin ich ja auch schon einige Zeit weg, war irgendwie das Gleiche. Twitter ist bis jetzt die einzige Konstante, die wirklich geblieben ist. Liegt natürlich auch an den Menschen, mit denen ich virtuell interagiere und da ich schon einige dieser Menschen besuchen und kennenlernen durfte, wird Twitter auch weiterhin Bestand haben. Wie gesagt, ich bin nicht sicher ob man meinen wirren Gedanken folgen kann, aber so wirr wie ich es geschrieben habe, so wirr läuft es gerade in meinem Kopf ab.

Vielleicht liegt das „Problem“ auch ganz woanders. Depression, nicht mehr arbeiten zu können, sich „wertlos“ zu fühlen, da man nicht für das eigene Auskommen mehr arbeiten kann.

Könnte noch viel mehr schreiben, aber ich selber bin gerade etwas durch den Wind und möchte mich da nicht noch tiefer in das Thema verstricken. In diesem Sinne, bleibt mir gewogen, auch wenn ich mal wirres Zeug schreibe. Danke!

10 Antworten auf „Fotografie: Ein Hobby, mit Potenzial zum „Nichterfolg” ?“

Da würd ich ganz klar sagen, es spricht ne Menge der schwarze Hund. Denn ich weiß, daß du auch schon ganz anders gesprochen hast. Da hattest du einfach nur Freude an deiner Fotografie und nicht unbedingt die Gedanken an Erfolg.
Ich kann es aber sehr gut nachvollziehen, was da an Gedankenkreisen grad abläuft und dir wieder versucht alles mies zu machen, kenn es ja selbst zur genüge 🙁
Lass dich nicht unterkriegen, du kennst die Wege da raus.

Hallo Holger, so geht es mir auch oft. Ich laufe los, finde viele schöne Motive, bin bei der Bearbeitung dann unzufrieden mit der Ausbeute, bearbeite, bin dann doch zufrieden. Das ist erstmal für mich gut. Aber letztlich freut sich jeder über Feedback zu den Fotos. Also veröffentlichen. Dann kommt kaum mal mehr als ein Herzchen oder ein lapidarer Halbsatz. Warum also das alles? Und doch machen wir immer weiter. Denn es macht doch immer wieder Spaß, mal an der einen, mal an der anderen Stelle. Ich kann Deine Gedanken also gut nachvollziehen, weiß aber auch keine abschließende Antwort. Ach ja: Einen unverwechselbaren Stil habe ich für mich auch noch nicht gefunden.

Moin Holger,
ich kann zu diesem Thema natürlich nur aus meiner Sicht schreiben, bin aber der Meinung, dass wir nicht immer dem Erfolg hinterherlaufen müssen – schon gar nicht beim Hobby! Klar bin ich auch hin und wieder enttäuscht, wenn ich nach einer Fototour Heim komme und am Rechner bemerke, dass die Bilder doch nicht soooo toll geworden sind, wie ich es erwartet hätte – und nun? Pffff… ich “ärgere” mich kurz, gucke, woran es evtl. gelegen haben könnte und wenn ich Lust habe, fahre ich noch mal an die Stelle und versuche es erneut. Ich fotografiere für mich, nicht für “@Fotowilli0815” oder “@Linsenerna4711” auf Instagram, Flickr, Twitter oder sonst wo! Klar freue ich mich, wenn ich ein Like oder Herzchen bekomme, aber wenn nicht, geht morgen auch wieder die Sonne auf, ich schnappe mir meine Kamera, gehe raus, mache MEINE Fotos und denke mir “ihr habt doch alle keine Ahnung!” 😉
Vielleicht ist diese Einstellung auch Typ bedingt. Deinen Hintergrund kenne ich ja auch und weiß, dass es für dich Momente gibt, in denen dies nicht umsetzbar ist. Die Fotografie ist unser Hobby, wir dürfen rumspielen, ausprobieren, Murks produzieren… egal!
Ach und die Sache mit dem eigenen Stil wird auch immer so in den Vordergrund gestellt. Ich will gar keinen eigenen Stil haben – wie langweilig! Ich probiere lieber aus, versuche etwas Neues, schaue, was mir gefällt und wechsel hin und her, das macht mir viel mehr Spaß, als Fotos zu produzieren, die immer “meinem Stil” entsprechen. Aber das muss jeder für sich entscheiden.
Ich finde es toll und immer wieder spannend, wie du neue Dinge ausprobierst – guck dich doch mal auf deiner Webseite um: Da ist Veränderung, die steckt voller Leben und deine Bilder sprühen vor Kreativität. Mach einfach weiter so, mein Freund!

Moin Holger,

ich habe eine Nacht mal verstreichen lassen bevor ich antworte. Ich kann es gut nachvollziehen. Ich selbst steckte auch in dieser Tretmühle fest. Und hat mir am Ende jegliche Freude an der Fotografie genommen. Auch das Thema soziale Medien hatten ihren Teil dazugeben. Ich habe verglichen und den „Erfolg“ gesucht. Aber dieser gewünschte Erfolg kam nicht. Ich verkaufe auch keine Bilder. Aber natürlich wünscht man sich doch Feedback. Und man ist irgendwie gefangen in dem System. Ich mache das ja noch nebenberuflich. Und es ist einfach hartes Brot. Akquisitionen etc. pp. Und Werke zu verkaufen ist ein schwieriger Weg. Was nicht heißen soll, dass es nicht klappt. Aber es dauert und man soll sich daher nicht verunsichern oder an sich zweifeln was den Erfolg angeht. Ich finde es super, dass du den Schritt gegangen bist und Erfahrungen gesammelt hast. Und du wirst auch deinen „Erfolg“ finden Holger. Aber hast du ihn nicht bereits? Du bist bei den Fotolinsen, hast tolle Freunde und eine Gemeinschaft und hast Spaß an der Fotografie und der Bearbeitung. Und das zählt doch.

Liebe Grüße

Unterkriegen …ist keine Option ich weiß.
Aber da gehen halt Wissen und Gefühle unterschiedliche Wege.
Nicht alles kann man einfach realistisch betrachten und gut ist.
Danke für deinen Kommentar.

Hallo Susanne.
Ein unverwechselbaren Stil, das müssen sowieso andere beurteilen.
Ich selber kann es auf jeden Fall nicht.
Spass habe ich an der Fotografie schon, doch wenn ich die Fotos/Bilder zeige kommt schnell bei mir der Frust hoch.
Bilder die ich gut bis sehr gut finde, bekommen kaum Resonanz.
Dann fange ich schnell an mir zu zweifeln.
Teufelskreis der wirren Gedanken in meinem Kopf.

Danke Markus für deinen Kommentar!

Du hast es richtig auf den Punkt gebracht!

Lieber Holger, ich habe lange gebraucht zu verstehen, dass ein Like, eine Aufmerksamkeit, Reichweite etc. nicht durch Qualität sondern nur durch Quantität kommt.
Ständiges „plappern“, ständiges „herzeigen“ – Aufmerksamkeit erzeugen. Das ist nicht nur anstrengend ständig „auf Sendung“ zu sein – es ist ebenso auch ernüchternd, wenn da am Ende nicht mindestens genauso viel zurück kommt. Man likes 100 Bilder und bekommt selbst nur 5. Frustrierend. Mich hat das fast kaputt gemacht.
Ich fotografiere am Ende für MICH (und die Familie), nicht für Likes.
Ich freue mich herzlich über jeden Kommentar auf meinem Blog der länger als 4 Worte ist – denn dieser Kommentar ist am Ende mehr Lob und Anerkennung als 100.000 Likes (oder 1 verkauftes Bild).
Du musst deinen Weg finden – suche ihn und sei dann mit dir im Reinen!

Hallo Oli,

den Weg/meinen Weg zu finden hoffe ich bald, denn Frust führt zu Ärger, meistens dann über sich selbst.
Dann kommen die Gedanken das man mal wieder was nicht richtig gemacht hat und der Schluß ist dann totale Zerstörung von allem was man bis dahin aufgebaut hat.
So ist es immer wieder bei mir abgelaufen. Ich hoffe irgendwann diesen Kreis der Selbstzerstörung zu durchbrechen und mir alleine gut genug bin.

Danke für deinen Kommentar !!!

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