Fotografie: Makrofotos mit Hybrid-Kamerasystem erstellen.

Hallo Freunde des belichteten Sensors.

Ihr stellt euch sicher die Frage was ein Hybrid-Kamerasystem ist. Der Name ist mir durch den Kopf geschossen, da ich derzeit nur mit sogenannten „Altglas“ an meiner Fuji X-T4 arbeite. Also ganz einfach, man nimmt ein Objektiv aus analogen Zeiten, wo keine Information zwischen Objektiv und Kamera ausgetauscht werden und kombiniert es mit einer aktuellen Systemkamera. Wie in meinem Fall die Fuji. Fertig ist das „Hybrid-Kamerasystem“.

Sicher gibt es auch neue Objektive, die nur manuell fokussieren, aber in meinem Fall geht es halt um ein 30 Jahre altes 35mm Objektiv von Minolta.

Doch wie kann man mit so einem Objektiv ein Makrofoto erstellen?

Das erkläre ich euch heute in diesem Beitrag.

Als erstes habe ich meinen kleinen Freund gefragt ob er als Model fungieren würde und da er darauf nicht negativ geantwortet hat, habe ich ihn mal auf einen alten Koffer mit einer coolen Goldkette gesetzt. Etwas ausgeleuchtet und hier seht ihr das Ergebnis:

Fuji X-T4 + Adapter + 35mm Minolta
Mein kleiner Freund, cool mit “Goldkette” 🙂

Sicher eine schöne Aufnahme, aber eben kein Makro.

So habe ich einen passenden, alten 2-fach Konverter von Vivitar dazwischengesetzt. Das Ergebnis ist doch schon eher als Makroaufnahme zu sehen, oder?

Mit dieser Konstellation rücke ich meinem kleinen Freund auf den Pelz. 🙂

Hier nun das Ergebnis dieser Aufnahme:

Na das ist echt mal ein Makro, oder?

Wobei man natürlich bei einem solchen Konverter den Lichtverlust, der durch die Verlängerung zwischen Objektiv und Sensor der Kamera entsteht, ausgleichen. Entweder indem man die Belichtungszeit verlängert oder den ISO-Wert vergrößert oder eine Kombination aus beidem. Noch besser ist es, wenn man das Objekt einfach gut ausleuchtet. In meinem Fall war ein kleines LED-Licht hilfreich.

Aber es geht noch näher!

Mein Freund und Podcast-Kollege Matthias Weber meinte, ob man das noch toppen könnte und hatte auch gleich eine Idee. Mit einer sogenannten Vorsatzlinse müsste das doch möglich sein. Nicht lang schnacken ….! Er schickte mir die Raynox 250 Vorsatzlinse zu und das nächste Experiment begann. Für mich wurde es echt kniffelig, warum das sieht man auf dem Foto mit der Kamera. Mein kleiner Freund war jetzt so nahe an der Linse, dass er mit seiner kleinen Nase fast die Linse berührt hat.

Noch näher geht es wohl wirklich nicht.

Bei einer solchen kurzen Distanz ist es noch schwieriger ausreichend Licht auf das Fotoobjekt zu bekommen. Hat aber trotzdem irgendwie geklappt. Hier nun das Endergebnis:

Die Qualität lässt aber nach, da der Schärfepunkt ganz knapp nur noch sitzt.

Die Makrofotos zeigen was möglich ist in diesem Bereich, sicher mögen moderne Makrolinsen von der Qualität bessere Fotos hinbekommen, aber mir reicht derzeit diese Konstruktion völlig.

Die Raynox-Linse geht wieder an meinen Freund Matthias zurück. Diese benötige ich nun wirklich nicht. Das ist mir dann doch zu „speziell“. Ach ja, noch ein kleine finanzieller Hinweis zu dieser Konstruktion.

Adapter + Konverter + 35mm Minolta haben mir insgesamt nur 90(!) Euro gekostet. Darf man auch nicht ausser Acht lassen, bei den Ergebnissen. Das Raynox hab ich aussen vor gelassen, da es auch eine Leihgabe war.

Jetzt habe ich noch einige technische Fragen an euch.

Am 2fach-Konverter kann man den Abbildungsmaßstab von 1:1 einstellen. Da die Fuji aber einen Cropfaktor von 1,5 hat, dürfte sich dieser Maßstab auch verändern, oder?

Wenn ich den 2fach-Konverter an der Fuji mit dem 35mm Minolta nutze ist die Brennweite dann 105mm (2fach-Konverter x APSC-Cropfaktor 1,5 entspricht einem 3-fach-Konverter, richtig?)

Inwieweit verändert sich die Blende bei einer Nutzung von diesem Konverter am eigentlichen Objektiv, wenn ich die Blende auf F 2.8 stelle?    

Vielen lieben. Dank schon mal für eure Antworten, Kommentare, die ihr unten im Kommentarbereich hinterlassen könnt. Ich wünsche euch kreative Ideen und immer ausreichend Licht.   

4 Kommentare

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Hey Holger!

Ich finde du hast das alles wirklich fabelhaft erklärt. Vor allem dass du nicht nur Bilder vom fertigen Foto hast, sondern auch den Aufbau zeigst, mag ich gerne. Ich liebe “behind the scenes”!

Sonnige Grüße,
Chrissy

Lieber Holger,

so viele Fragen auf einmal 🙂

Frage 1) 1:1 am Kleinbild wird am APS-C Sensor zu … kann ich nicht genau sagen, aber das Bild wird größer, da der Bildwinkel kleiner wird.

Fage 2) 105mm ist meinem Verständnis nach richtig 😀

Frage 3) Blendenwert 2.8 bei dieser Kombo.

Wenn ich es recht in Erinnerung habe führt eine zweifache Vergrößerung zum Verlust von einer Blendenstufe. Das wäre denkei ich f5.6

Das mit der Blende am Cropfaktor ist nicht so einfach. Aber als Fausformel kann man mit dem Copfaktor mulitpilzieren.

Aus f2.8 wird etwas um Blende f4.0 aus f5,6 würde so etwas um f7 herum herauskommen. Nagele mich aber nicht fest dafür.

Das Problem, bei der Blende ist, f2.8 hat am APS-C einen größeren Schärfebereich, wenn Du den gleichen Schärfebereich an der APS-C Kamera haben möchtest, wie am Kleinbild, müsstest Du eine lichtstärekere Linse nehmen. So um f2.2 herum.

Das naürlich weniger Licht auf ein APS-C Pixel fällt, da in der Regel kleiner als ein KB-Pixel ist es müsig über die ISO-Werte zu reden. Das wird dann ziemlich physikalisch.

Ich halte mich mehr an die Daumenregeln, da kann Pi schon mal 3,0 haben 😀

Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt.

LG Bernhard

Hi Bernhard.

Hast super erklärt und es war auch nicht für mich sooooo wichtig diese technischen Fragen beantwortet zu bekommen.

Ich seh ja auf dem Monitor, oder durch den Sucher wie sich das Bild je nach Einstellung verändert.

Was mir klar war das es eben diesen “Lichtverlust” gibt.

Gruss

Holger

Hi Podcastkollegin.

Das war mir auch wichtig, das man ansatzweise den Aufbau sieht, um das in Verbindung mit dem dazugehörigen Bild besser zu verstehen.

Vielen lieben Dank für deinen Kommentar!

Gruss

Holger

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