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Hybrid-Kamerasystem (1): Minolta Rokkor 28mm F2.8 an Fuji X-T4, ein Erfahrungsbericht.

Hallo Freunde des belichteten Sensors.

In der nächsten Zeit werde ich einige, unterschiedliche Altgläser an meiner Fuji adaptieren und von meinen Erfahrungen damit erzählen. Altgläser sind Objektive, die noch an Film-Kameras verwendet wurden. Diese kann man mittels Adapter an eine moderne Kamera, wie in meinem Fall mit einer Fuji X-T4, verwenden.

Minolta Rokkor 28mm F2.8

Minolta war einer der ältesten Kamerahersteller (1928 bis 2006) und bis 2003 sogar nach Canon und Nikon, der drittgrößte der Welt. In dieser Zeit sind dabei ganz tolle Objektive gefertigt worden, die zur damaligen Zeit oft ungeschlagen waren und auch heute noch eine tolle Bildqualität abliefern. Das 28er mit durchgehender Blende von F2.8 wurde zwischen den Jahren 1975 und 1983 hergestellt.

Durch meinen lieben Fotofreund Nils habe ich nun dieses Objektiv hier testen können und möchte dabei über meine Erfahrungen sprechen. Klare Ansage, diese „Tests“ sind rein subjektiv! Mein Test-Szenario fand an einem der Gewässer in unserer Gegend statt. Dort entstanden folgende Bilder:

Was meiner Meinung nach sehr positiv auffällt, ist die Verarbeitung. Das merkt man gerade an den alten Linsen von Minolta. Der Blendenring hat Stufen, ist also für Videos eher ungeeignet. Für mich der „nur“ fotografiert ist das eher besser als ein stufenloses System. Dadurch ist es unwahrscheinlich das man beim manuellen Fokussieren, diesen verstellt.

Das Fokussieren selber geht „Butterweich“, ohne zu leichtgängig zu sein. Soft und trotzdem sicher. So mein Gefühl bei der Benutzung. Die Haptik an sich, ist für meine Begriffe echt toll. Die Kompaktheit dieser Linse ist auch so ein Vorteil, den ich nicht unerwähnt lassen möchte. Kann man schon fast in die Hosentasche stecken, aber eben nur fast. Wobei, es kommt sicher auch auf die Größe der Hosentasche an. 🙂

Das Objektiv ist aus Metall gefertigt, nur der Fokus- und der Blendenring haben einen weicheren Überzug bekommen. Was sicher auch bei kälteren Temperaturen angenehmer ist, damit zu arbeiten. Dabei wiegt das Objektiv gerade mal 187 Gram ohne Front- und Rückendeckel. Trotzdem ist alles sehr hochwertig verarbeitet worden.

Was mir aufgefallen ist, gegenüber z.B. dem Minolta Rokkor 24mm F2.8 (dazu kommt auch noch ein Bericht!), die Linse bildet die Objekte im näheren Bereich irgendwie deutlicher ab. Dabei meine ich nicht die Schärfe, sondern dass die Objekte irgendwie „greifbarer“ sind. So wie z.B. beim Foto der Butterblume, die durch eine Bank wächst, oder auch das S/W-Foto mit einer anderen Bank. Wie gesagt, ist meine subjektive Wahrnehmung.  

Was mir auch aufgefallen ist, dass dieses wie auch viele andere Minolta-Objektive das ganze etwas „wärmer“ darstellen, als es im Original eigentlich ist. Das wurde mir auch von Nils bestätigt. Altgläser wie auch dieses Minolta neigen auch zu chromatischen Aberrationen. Das sollte jedem klar sein, bevor er/sie/es so ein Objektiv sich zulegt. Was aber an diesem Objektiv einfach gut ist, dass universal eingesetzt werden kann. Egal ob eine Nahaufnahme, oder auch bedingt Landschaftsmotive sind damit möglich.

Bei meiner Fuji X-T4 mit APS-C Sensor und einem Crop-Faktor von 1,5 wird der Bildausschnitt vom 28mm deutlich verkleinert. Das sollte man gerade bei sehr weiten Landschaftsaufnahmen beachten. Da sind andere Gläser sicher besser zu nutzen.

Mein Fazit: Das Minolta Rokkor 28mm F2.8 ist durchaus eine „Immerdrauf-Linse“ und bildet ein großes Spektrum an Motive ab. Dabei ist die Wertigkeit und Haptik ist immer wieder ein Genuss. Klare Kaufempfehlung von mir!

Mein Dank geht an Nils Pooker für die Leihgabe! Schaut mal bei ihm vorbei, es gibt viel zu entdecken:

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2 Antworten auf „Hybrid-Kamerasystem (1): Minolta Rokkor 28mm F2.8 an Fuji X-T4, ein Erfahrungsbericht.“

Moin moin
Kenn ich auch noch. Jedoch bei Vollformat ist die getestete Linse noch viel aussagekräftiger und wegen des Bildwinkels auch spannender. Einfach mal testen!
Gruss und gut Licht
Klaus

Schöner Bericht!
Die Wertigkeit der Objektive bis zu den 80er Jahren ist selbstverständlich etwas ganz anderes als die heutigen – mit Ausnahmen, ich finde zum Beispiel dass Fujifilm da sehr viel richtig macht (auch nicht bei allen Objektiven, aber immerhin)
Ich habe noch einen Haufen Canon FD Objektive herumliegen, die stehen dem Minolta in Sachen Haptik in nichts nach.

Nur mit dem Titel des Artikels hadere ich…. eine digitale Kamera wird durch die Verwendung von Objektiven aus der Analogzeit kein Stückchen analoger und somit auch nicht hybrid 🙂

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