Olympus verkauft seine Kamerasparte! Was nun?

Eine persönliche Einschätzung zur aktuellen Situation.

Gestern kam die offizielle Nachricht, die im November 2019 noch dementiert wurde. “Olympus verkauft seine Kamerasparte an den japanischen Investor JIL.” Als ich das gelesen habe, kam kurzfristig ein Anflug von Panik bei mir auf. Aber Gott sei Dank nur kurz.

Erstmal hatte ich überlegt zu welchem System ich jetzt wechseln muss. Nach vielen Jahren mit Olympus, war das Ende gekommen. Vielleicht Panasonic? Dann könnte ich meine Objektive wenigstens weiter benutzen. Oder ganz was anderes? Sollte ich nun in das für mich überbewertete Vollformat-Lager wechseln? Kurzfristig fing ich schon an Videos und auch Preise zu den jeweiligen anderen Herstellern anzusehen. Und grundlegend, was bekomme ich noch für meine Olympus, wenn es den Hersteller gar nicht mehr gibt?

Na toll, gerade erst das 60mm Makro von Olympus gekauft. Unnötiges Geld rausgeworfen!

Olympus

Aber dann war dieser kurze Panikanfall auch schon wieder vorbei. Ich habe erst einmal tief Luft geholt und musste mich selber fragen: „Holger, was machst du da gerade?“

Um was geht es hier eigentlich? Verschwindet Olympus wirklich vom Markt? Werden keine Updates mehr für Kameras und Objektive entwickelt? Wie schaut es mit Garantiefällen aus? Ist das so oft beschworene Ende von Olympus wirklich gekommen?

Auch da würde ich nach meiner Einschätzung, ein klares NEIN sagen! Denn hier werden nicht die Tore von Olympus geschlossen! Die Kamerasparte, die nur einen kleinen Teil vom Unternehmen ausmacht, wird verkauft und kann somit vom Mutterkonzern ausgelagert werden.  

Die letzten Jahre war es um diese Sparte schlecht bestellt gewesen, obwohl Olympus immer wieder gute, neue Modelle auf den Markt gebracht hat. Es ist eine Sache, die wohl jeder Kamerahersteller schon länger Zeit spürt. Kameras werden immer weniger verkauft, egal wie der Hersteller auch heißen mag.

Die rasante Entwicklung der Kameras in den modernen Smartphones hat sicher auch was mit diesem Rückgang zu tun. Wer nimmt heute noch wirklich eine Kamera und diverse Objektiven mit in den Urlaub? Besonders wenn viele dieser Bilder sofort in den Sozialen Netzwerken geteilt werden. Mit Megapixel kann kein Kamerahersteller locken, gibt es doch schon Smartphones, die die 100 Megapixel-Grenze überschritten haben.

Den Schritt den Olympus nun gehen will ist völlig verständlich und logisch. Wenn der Kamerabereich ausgelagert wird und vielleicht sogar unter einem neuen Namen erscheint, muss nicht weiter Geld aus anderen Bereichen von Olympus in diese Sparte fließen. Damit entfernt Olympus einfach einen nicht finanziell lukrativen Geschäftszweig, Punkt.

Wie es nun weiter geht, ist jetzt noch nicht ganz klar. Der japanische Investor JIL kauft also diese Kamerasparte und weiß das diese nur rote Zahlen schreibt. Was steckt also dahinter, sich einen solchen Klotz ans Bein zu binden?

Wir werden abwarten müssen, aber brauchen sicher nicht in Panik geraten. Denn Angst und Panik sind keine guten Berater. Meine Kamera wird nach dieser Ankündigung immer noch funktionieren und gute Bilder machen.

Deswegen gehe ich heute wieder mit meiner Olympus auf die Jagd nach guten Motiven. Euch da draußen wünsche ich ausreichend Licht und wenn nötigt, einen guten Bildstabilisator!  😉

All das ist meine persönliche Einschätzung der aktuellen Situation. Was meint ihr dazu?

Schreibt es in den Kommentarbereich. Ich bin gespannt.

5 Kommentare

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Ging und sehr ich genau so wie Dir Holger.
Mich nervt gerade das immer wieder sofort auflodernde bashing, wenn es um Olympus geht. Eine self fulfilling prophecy, könnte einen realen Absturz beschleunigen.
Bleiben wir erstmal entspannt.

Moin Holger,
wie du weißt, bin ich kein Nutzer von Olympus Kameras, aber in der heutigen Zeit ist, so denke ich, wohl fast jeder Hersteller von “richtigen” Kameras gefährdet. Auch wenn der Support der Geräte eingestellt werden würde, ist dies ja nicht gleichbedeutend mit der Tatsache, dass die Fotoapparate nicht mehr funktionieren. Also, wie du es schon geschrieben hast: Locker durch die Hose atmen… 😉

Moin,

ich persönlich denke Olympus wird für den Support einen Plan haben. Den werden die weiterführen. Verkaufen wirst du die bestimmt gut können, denn gerade im Makro und Street Bereich sind sie begehrt. Auch bei mir 😉 zur Not schreibst du mich einfach irgendwann Mal an, wenn du auf die Idee kommen solltest deine wunderbare Kamera abgeben zu wollen. Und ja, deine Kamera wird weiter super Bilder machen, gerade in deinen Händen. Und denk dran, Vollformat ist nicht gut für den Rücken.

Beste Grüße aus Bremen

Sven

Wir wissen doch alle das nicht die Kameras die Bilder machen. Deshalb spielt es auch keine Rolle, welches Werkzeug wir zum Fotografieren benutzen. Ich fotografiere mit unterschiedlichen Kameramarken und jede hat ihre Stärken und Schwächen. Solange man die kennt, hat man immer das Richtige in der Hand. Also Olympus wird noch jahrelang bleiben. Wenn auch nur auf dem Gebrauchtmarkt.

Hallo Holger,
mich hat’s auch beinahe aus den Socken gehauen, als ich die Nachricht las, dass Olympus Verhandlungen führt/führen wird um den Kamerasektor “los zu werden”.
Habe ich doch erst Mitte Februar die E-M1 III gekauft, wobei ich vorher haderte, ob ich nicht doch mal wechsle weil wieder nur der “alte” Sensor eingebaut wurde. Aber ich fand keine für mich befriedigende Alternative (alles zu groß und schwer). So bin ich jetzt weiterhin mit Oly unterwegs und werde das auch tun.
Ansonsten warten wir mal ab, wie die Verhandlungen ausgehen mögen, nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird 😉
Viele Grüße und weiterhin viel Spaß mit Deiner µFT,
Rolf

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